Windpocken (medizinisch: Varizellen) sind eine hoch ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder betrifft, bei Erwachsenen jedoch oft schwerere Verläufe zeigt. Typisch ist ein juckender Hautausschlag mit kleinen, flüssigkeitsgefüllten Bläschen am ganzen Körper. Nach überstandener Erkrankung besteht in der Regel eine lebenslange Immunität, doch das Varizella-Zoster-Virus verbleibt im Körper und kann im Erwachsenenalter als Gürtelrose (Herpes zoster) wieder aktiv werden. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über Symptome, Ansteckung, Inkubationszeit, Behandlung, Vorbeugung und Impfung gegen Windpocken.
Inhalt

Symptome der Windpocken
Zu den ersten Symptomen der Windpocken gehören meist Fieber, Müdigkeit und Kopfschmerzen, gefolgt von einem Hautausschlag. Zunächst zeigen sich kleine rote Flecken, die sich anschließend zu juckenden, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen entwickeln. Häufig ist die Erkrankung von erhöhter Körpertemperatur begleitet, die einige Tage anhalten kann.
Wie werden Windpocken übertragen?
Windpocken sind äußerst ansteckend und werden auf verschiedenen Wegen übertragen:
- Über Tröpfcheninfektion: Das Virus kann durch Niesen, Husten oder beim Sprechen weitergegeben werden.
- Durch direkten Kontakt mit den Bläschen: Die Flüssigkeit in den Hautbläschen ist hochinfektiös.
- Über kontaminierte Gegenstände und Oberflächen: Das Virus kann für einige Zeit auf Oberflächen überleben.
Die höchste Ansteckungsgefahr besteht etwa 1–2 Tage vor Auftreten des Ausschlags und hält an, bis alle Bläschen verkrustet sind, in der Regel etwa 5–7 Tage nach Beginn des Ausschlags.
Wie lange dauert die Inkubationszeit der Windpocken?
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten der ersten Symptome, beträgt bei Windpocken meist rund zwei Wochen. In vielen Fällen liegt sie zwischen 10 und 21 Tagen. In dieser Phase vermehrt sich das Virus bereits im Körper, ohne dass von außen Symptome zu sehen sind.
Wann darf ein Kind wieder in die Schule ?
Ein Kind mit Windpocken darf wieder in Kindergarten oder Schule zurückkehren, wenn alle Bläschen vollständig verkrustet sind und keine neuen Hautveränderungen mehr auftreten. Außerdem sollte das Kind seit mindestens 24 Stunden fieberfrei sein – ohne fiebersenkende Medikamente – und wieder fit genug, um an allen Aktivitäten des Tages teilzunehmen. Wenn es sich das Kind gesundheitlich zutraut, kann es während der Erkrankung auch draußen spielen, solange die Phase der Ansteckungsgefahr und die allgemeinen Empfehlungen berücksichtigt werden.
Informieren Sie die Betreuungseinrichtung über die Windpockenerkrankung Ihres Kindes, damit andere Eltern und das Personal mögliche Symptome bei weiteren Kindern frühzeitig im Blick behalten können.
Windpocken verlaufen bei Kindern meist milder als bei Erwachsenen
In der Regel verlaufen Windpocken bei Kindern deutlich milder als bei Erwachsenen. Die meisten Kinder erholen sich innerhalb von ein bis zwei Wochen, während die Erkrankung bei Erwachsenen häufiger schwerer, länger andauernd und mit einem höheren Risiko für Komplikationen verbunden ist. Auch bei älteren Kindern und Jugendlichen können die Symptome stärker ausgeprägt sein als bei jüngeren Kindern.
Wie lassen sich die Beschwerden der Windpocken lindern?
Der Juckreiz gehört zu den belastendsten Symptomen der Windpocken. Folgende Maßnahmen können helfen, ihn zu lindern und das Risiko von Narbenbildung zu senken:
- Haut sauber halten und Nägel kurz schneiden: Sanftes Waschen der Haut mit Wasser und milder Seife hilft, bakterielle Zusatzinfektionen der Bläschen zu vermeiden und Komplikationen zu reduzieren. Kurze Fingernägel verringern die Gefahr, sich beim Kratzen die Haut aufzureißen.
- Juckreiz lindern: Kühlende Lotionen, Umschläge mit frischem Wasser oder geeignete juckreizstillende Produkte können Erleichterung verschaffen. Antihistaminika wie Loratadin können bei starkem Juckreiz hilfreich sein; beachten Sie dabei unbedingt Dosierungsangaben und Altersbegrenzungen in der Packungsbeilage.
- Schmerzen und Fieber reduzieren: Bei Fieber oder Schmerzen können geeignete freiverkäufliche Medikamente wie Paracetamol eingesetzt werden; die Dosierung sollte sich stets nach Alter, Körpergewicht und den Herstellerangaben richten. tu o il tuo bambino avete febbre o dolori, farmaci da banco come il paracetamolo possono essere utili per ridurre il dolore e la febbre.
Wann sollten Sie bei Windpocken ärztliche Hilfe suchen?
Obwohl Windpocken meist von allein abklingen, gibt es Situationen, in denen Sie ärztlichen Rat einholen sollten. Wenn Sie über 18 Jahre alt sind, schwanger sind oder eine geschwächte Immunabwehr haben und noch nie Windpocken hatten, sollten Sie Ihre Arztpraxis kontaktieren, sobald Sie den Verdacht auf eine Ansteckung haben. Windpocken sind sehr ansteckend, daher kann bereits der Aufenthalt im selben Raum mit einer infizierten Person ausreichen, um sich anzustecken. Melden Sie sich nach Möglichkeit vorab telefonisch in der Praxis, bevor Sie persönlich vorbeikommen.
Impfung gegen Windpocken
Es steht eine Impfung gegen Windpocken zur Verfügung, die sehr wirksam vor einer Erkrankung schützt oder im Fall einer Infektion den Verlauf deutlich abmildern kann. Die Impfung wird empfohlen für:
- Kinder, die noch keine Windpocken hatten
- Erwachsene ohne durchgemachte Erkrankung oder Impfschutz
- Personen mit erhöhtem Risiko für Komplikationen, wie Frauen im gebärfähigen Alter ohne Immunität oder Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen.
Fazit
Windpocken sind eine unangenehme, aber bei Kindern meist milde verlaufende Erkrankung. Bei Erwachsenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem können jedoch ernstere Komplikationen auftreten. Mit guter Hautpflege, geeigneter medikamentöser Unterstützung und einem wirksamen Impfschutz lässt sich das Risiko einer Ansteckung senken und die Symptome der Erkrankung können deutlich gemildert werden.
